Fährtenarbeit
Fährtenarbeit - die Spurensuche mit dem Hund
Geschichte / Entstehung:
Fährtenarbeit ist ein Begriff des Hundewesens. Mit Hilfe der Nase und nicht der Augen sucht der Hund die Fährte ab. Daher ist der Begriff "Nasenarbeit" ebenso gebräuchlich.
Schon früh wurde der Hund von den Menschen als Nasenspezialist zur Suche verwendet, da die Menge der Riechzellen beim Hund viel höher ist als beim Menschen. Die Nase des Hundes gehört zu den wichtigsten Sinnesorganen. Selbst bei schwacher Konzentration kann der Hund eine große Anzahl unterschiedlicher Gerüche voneinander unterscheiden.
Allgemeines / Beschreibung:
Bei der Fährtenarbeit im Bereich des Hundesports legt ein Fährtenleger eine Spur (Acker, Wiese..). Dies ist die Fährte. Auf der Fährte legt er dabei Gegenstände (Holz, Kunststoff, Leder..) ab. Diese muss der Hund beim Absuchen entweder verweisen (passiv anzeigen) oder aufnehmen. Der Hundeführer geht dem Hund mit 10 Metern Abstand hinterher. Je nach dem, wie weit der Hund ausgebildet ist, sucht der Hund die Fährte eine bestimmte Zeit (20 Minuten bis 3 Stunden) nach der Auslegung der Fährte ab. Die Ausbildung des Hundes sollte in verschiedenen Geländen mit unterschiedlichen Erdoberflächen erfolgen. Diese Flächen sollten besonders am Anfang nicht zu oft benutzt worden sein. Der Hund sollte zu Ausbildungsbeginn bereits nach 20 Minuten nach Legung der Fährte mit dem Aufnehmen der Spur beginnen. Nach der Ausbildung legt der Hund eine Fährtenprüfung ab, welche von Leistungsrichtern abgenommen wird. Bei der Fährtenhundeprüfung 1 und 2 ist die Fährte drei Stunden alt. Je nach Stand der Ausbildung werden unterschiedliche Richtungswechsel eingearbeitet. Bei den höheren Prüfungen kommen noch kreuzende Fährten dazu, um zu testen, ob der Hund auf der ursprünglichen Fährte bleibt.
Es gibt Eigenfährten sowie Fremdfährten. Bei der Eigenfährte legt der Hundeführer die Fährte selbst. Bei der Fremdfährte tut dies eine fremde Person. Für das Aufnehmen einer Spur gibt es zwei verschiedene Ausbildungen: Beim Mantrailing wird der ausgezeichnete Geruchssinn des Hundes für die Personensuche genutzt. Dabei nimmt der Hund die Geruchsspur des Menschen auf. Der Begriff stammt aus dem Englischen und heißt "man" für "Mensch" und "trail" für verfolgen. Die Mantrailer sind die Gebrauchshunde, die im Gegensatz zu anderen Suchhunden verschiedene Gerüche der Menschen voneinander unterscheiden können. Auch bei vielen Verleitungen orientiert er sich ausschließlich an den Merkmalen des Geruches der zu suchenden Person. Rassen wie Schweißhunde und Bloodhound sind Favoriten für das Mantrailing. Die zweite Ausbildung ist die Fährtenarbeit. Die Fährtensuche ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe für Hunde. Die Nasenveranlagung des Hundes muss optimal sein. Der Hund orientiert sich mit tiefer Nase an den Düften der Bodenverletzung durch Fußabdrücke und folgt der Spur, oft kilometerweit und bei jedem Wetter quer durch das Gelände. Der Geruch entsteht dabei durch die beschädigte Oberfläche der Erden, Kleinstlebewesen und zertretene Pflanzen durch den bakteriellen Abbau. Der Geruch entsteht nach etwa 15 bis 20 Minuten und bleibt für mehrere Stunden, so dass ein gut ausgebildeter Fährtenhund die Fährte auch noch nach 12 Stunden absuchen kann. Dabei ist für Hund und Hundeführer Entspannung sehr wichtig. Druck und Hektik sollten vermieden werden, damit der Fährtenhund selbstsicher, konzentriert und selbstbewusst arbeiten kann. Die Hunde lassen sich auch durch Wetter und Wind kaum beeinflussen. Der Fährtenhund ist spurenteu. Für Fährtenhunde, die polizeilich als Diensthunde geführt werden, bildet der Geruch des Fährtenlegers möglicherweise des Täters, den Leitgeruch. Dieser Geruch bestimmt die Suchrichtung. Der Hund orientiert sich dabei an einem umfangreichen Duftbild. Dieses beinhaltet ebenso das Geruchsbild der mechanischen Spur. Der Hund darf vor Fährtenbeginn nicht getobt und gegessen haben. Die Duftspur kann unter günstigen Bedingungen einige Wochen erhalten bleiben. Die mechanische Spur dagegen kann der Fährtenhund nur einige Stunden verfolgen. Ein Regenschauer beispielsweise oder andere kreuzende Spuren können die Spur beeinträchtigen oder verhindern. Fährtenarbeit wird überwiegend als Sport genutzt.
Mit der Fährtenausbildung können sowohl junge Hunde, die sich im Rudel integriert haben als auch ältere Hunde beginnen. Bereits im Alter von zwei bis drei Monaten kann mit der Ausbildung begonnen werden. Die Ausbildung ist Fleißsache. Wichtig ist das regelmäßige Fährten des Hundes, um die Arbeitsfähigkeit des Geruchsgedächtnisses steigern zu können. Die Fährtenarbeit fördert die Hunde körperlich und geistig.
